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Meisterbetrieb · Maler- und Lackierermeister · Handwerkskammer Bielefeld

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Energetische Sanierung. Weniger Verbrauch, mehr Wert.

Eine gedämmte Gebäudehülle senkt den Wärmebedarf dauerhaft, macht Räume behaglicher und schützt die Bausubstanz. Als Malermeister setze ich die Fassadendämmung mit Armierung, Putz und Anstrich um. Hier sehen Sie, wie das funktioniert, welche Dämmstoffe es gibt und worauf es bei der Planung ankommt.

Von Anton Maas, Malermeister
Lesezeit ca. 10 Minuten

Warum eine Fassade dämmen?

In ungedämmten Häusern geht ein großer Teil der Heizwärme über die Gebäudehülle verloren. Die Außenwände sind meist die größte Fläche und deshalb ein wirksamer Hebel.

Wo ein unsaniertes Haus Wärme verliert
Außenwände
20–35 %
Fenster
15–25 %
Dach
10–20 %
Lüftung
10–20 %
Keller / Boden
5–10 %
Typische Spannen. Die tatsächliche Verteilung hängt von Baujahr, Bauweise und Zustand ab.
Weniger Heizkosten
Je schlechter die Wand bisher dämmt, desto größer ist die Einsparung.
Mehr Behaglichkeit
Wärmere Innenwände, weniger Zugluftgefühl und ein gleichmäßigeres Raumklima.
Schutz vor Schimmel
Warme Oberflächen senken das Risiko von Tauwasser an Außenwänden.

Was zu einer energetischen Sanierung gehört

Energetisch sanieren heißt, die Gebäudehülle und die Technik Schritt für Schritt zu verbessern. Nicht alles muss auf einmal passieren. Wichtig ist eine Reihenfolge, die zusammenpasst.

Mein Schwerpunkt
Außenwand & Fassade
Wärmedämmverbundsystem, Armierung, Putz und Anstrich aus einer Hand.
Dach & oberste Geschossdecke
Oft günstig zu dämmen und sehr wirksam, weil Wärme nach oben steigt.
Fenster & Türen
Beim Tausch die Anschlüsse zur Dämmung gleich mitplanen, sonst entstehen Wärmebrücken.
Kellerdecke
Dämmung von unten sorgt für wärmere Fußböden im Erdgeschoss.
Heizung
Nach der Hülle kann sie kleiner ausfallen, eine Wärmepumpe arbeitet effizienter.
Lüftung
Eine dichtere Hülle braucht ein durchdachtes Lüftungskonzept.

Für Dach, Fenster und Technik arbeite ich mit Ihrer Energieberatung und den passenden Fachbetrieben zusammen.

So ist ein Wärmedämmverbundsystem aufgebaut

Ein WDVS ist ein geprüftes System aus aufeinander abgestimmten Schichten. Drehen Sie das Modell, ziehen Sie die Schichten auseinander und tippen Sie eine Schicht an.

Live-3D · Schnittmodell

Ansicht Auseinandergezogen

Mauerwerk

Dämmstoff

    Dämmstoffe im Vergleich

    Wie gut ein Dämmstoff dämmt, zeigt die Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda). Je kleiner der Wert, desto dünner kann die Dämmung bei gleicher Wirkung sein. Daneben zählen Brandschutz, Feuchteverhalten und Ökologie.

    Dämmstoffλ in W/(m·K)BrandverhaltenStärken
    Holzfaser0,038–0,050normal entflammbar (Klasse E), verkohlt langsam, tropft nicht brennend abnachwachsend, speichert Wärme, sehr guter sommerlicher Hitzeschutz, diffusionsoffen
    Mineralwolle0,032–0,040nicht brennbarBrandschutz, diffusionsoffen, Schallschutz
    EPS (Styropor)0,031–0,040schwer entflammbar (im System), schmilzt bei Hitzeleicht und günstig, aber erdölbasiert und kaum zu recyceln
    Mineraldämmplatte0,042–0,045nicht brennbarrein mineralisch, diffusionsoffen, robust
    PU-Hartschaum0,022–0,028schwer entflammbar (im System)dünne Aufbauten, etwa an Laibungen
    Resol-Hartschaum0,021–0,024schwer entflammbarsehr dünn bei hoher Dämmwirkung
    Kerndämmung (Einblas)0,033–0,040je nach Materialfür Klinker mit Luftschicht, Optik bleibt erhalten

    Typische Herstellerspannen. Maßgeblich sind die Werte des jeweils zugelassenen Systems.

    Warum ich Holzfaser und Mineralwolle empfehle

    Holzfaser
    Nachwachsender Rohstoff, der CO₂ speichert. Holzfaser nimmt viel Wärme auf und gibt sie langsam ab. Das schützt im Sommer vor Hitze und hält die Oberfläche nachts wärmer. Offiziell ist sie normal entflammbar (Klasse E). Im Brandfall verkohlt sie an der Oberfläche und tropft nicht brennend ab. Für höhere Anforderungen gibt es schwer entflammbare Spezialplatten.
    Mineralwolle
    Nicht brennbar und deshalb erste Wahl, wenn Brandschutz zählt. Sie ist diffusionsoffen, dämmt Schall gut und kann Feuchtigkeit nach außen abgeben.
    EPS (Styropor)
    Günstig und leicht, aber aus Erdöl. Platten bis etwa 2015 enthalten oft das Flammschutzmittel HBCD und gelten als POP-haltiger Abfall: Sie müssen getrennt gesammelt, nachgewiesen und verbrannt werden. Verklebte Systeme lassen sich kaum recyceln. Leichte Dämmungen speichern wenig Wärme, die Oberfläche kühlt nachts stärker ab. Das begünstigt Tauwasser und damit Algen- und Pilzbewuchs an der Fassade.

    Ob ein Dämmstoff für Ihr Haus geeignet ist, hängt vom Untergrund, vom Brandschutz und vom zugelassenen System ab. Das prüfe ich vor jedem Angebot.

    U-Wert-Rechner: Was bringt die Dämmung?

    Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Wand geht. Kleiner ist besser. Wählen Sie Ihre Bestandswand und eine Dämmung.

    Dämmstärke 16 cm

    Wandfläche ohne Fenster und Türen. Ein Einfamilienhaus hat meist 120 bis 180 m². Den Preis pro kWh finden Sie auf Ihrer Abrechnung. Die U-Werte nach Baujahr sind typische Durchschnittswerte für Einfamilienhäuser.

    0,19W/(m²·K) nach der Dämmung

    Der richtige Zeitpunkt: wenn die Fassade ohnehin dran ist

    Am wirtschaftlichsten ist eine Dämmung, wenn an der Fassade sowieso gearbeitet wird. Gerüst, Vorbereitung und Putz fallen dann ohnehin an. Bezahlt wird für die Dämmung im Kern nur der zusätzliche Aufwand.

    • Der Putz hat Risse, platzt ab oder muss erneuert werden.
    • Ein neuer Anstrich steht an und das Gerüst wird ohnehin gestellt.
    • Fenster werden getauscht. Die Anschlüsse lassen sich dann sauber mit der Dämmung planen.
    • Ein Heizungstausch ist geplant. Vorher den Wärmebedarf zu senken, macht die neue Anlage kleiner.

    Bei größeren Arbeiten an der Fassade können gesetzliche Anforderungen an den Wärmeschutz gelten. Es lohnt sich also, Fassade und Dämmung zusammen zu planen.

    Ablauf einer Fassadendämmung

    Bestandsaufnahme & Planung
    Untergrund prüfen, Dämmstärke und System festlegen, Details an Fenstern, Sockel und Dach klären.
    Untergrund vorbereiten
    Reinigen, lose Teile entfernen, Unebenheiten ausgleichen. Fensterbänke und Anschlüsse werden vorbereitet.
    Sockelprofil & Dämmplatten
    Das Sockelprofil gibt die Linie vor. Die Platten werden im Verband geklebt und bei Bedarf zusätzlich gedübelt.
    Armierung mit Gewebe
    Armierungsmörtel mit eingebettetem Gewebe. Ecken und Fensterecken erhalten zusätzliche Verstärkungen gegen Risse.
    Oberputz & Anstrich
    Nach der Trocknung folgen Oberputz in der gewählten Struktur und der Fassadenanstrich im Wunschfarbton.
    Abnahme
    Gemeinsame Kontrolle aller Anschlüsse und Flächen. Sie bekommen die Unterlagen zum verbauten System.

    Energieberatung, Vorschriften und Förderung

    Gesetzliche Anforderungen und Förderprogramme für die Dämmung ändern sich regelmäßig. Deshalb nenne ich hier bewusst keine Grenzwerte oder Fördersätze. Den aktuellen Stand für Ihr Haus klärt eine qualifizierte Energieberatung, etwa eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte.

    • Die Energieberatung prüft, welche Anforderungen für Ihr Haus gelten und welche Förderung möglich ist.
    • Förderanträge müssen in der Regel gestellt werden, bevor mit der Maßnahme begonnen wird.
    • Ich stimme mich mit Ihrer Energieberatung ab und setze Dämmung, Putz und Anstrich nach deren Vorgaben fachgerecht um.

    Häufige Fragen zur energetischen Sanierung

    Kann die Wand nach dem Dämmen noch „atmen“?

    Wände tauschen keine Luft aus. Feuchtigkeit aus dem Wohnraum wird vor allem über das Lüften abgeführt. Diffusionsoffene Systeme wie Mineralwolle oder Holzfaser können Feuchte zusätzlich gut nach außen abgeben.

    Fördert eine Dämmung Schimmel?

    Fachgerecht ausgeführt eher das Gegenteil: Die Innenoberflächen werden wärmer, Tauwasser bildet sich seltener. Regelmäßiges Lüften bleibt trotzdem wichtig.

    Welche Dämmstärke ist sinnvoll?

    Bei älteren Wänden sind 14 bis 20 cm üblich. Mit dem U-Wert-Rechner oben sehen Sie grob, wie sich die Stärke auswirkt. Welche Stärke für Ihr Haus sinnvoll und vorgeschrieben ist, legen Sie am besten mit Ihrer Energieberatung fest.

    Lohnt sich eine Dämmung vor einer Wärmepumpe?

    Oft ja. Je geringer der Wärmebedarf, desto kleiner kann die Wärmepumpe ausfallen und desto niedriger ist die nötige Vorlauftemperatur. Das verbessert die Effizienz. Welche Reihenfolge für Ihr Haus sinnvoll ist, zeigt ein Sanierungsfahrplan.

    Wie lange hält ein WDVS?

    Bei fachgerechter Ausführung und Pflege mehrere Jahrzehnte. Der Anstrich sollte wie bei jeder Fassade in größeren Abständen erneuert werden.

    Brauche ich eine Genehmigung?

    In vielen Fällen nicht. Ausnahmen sind zum Beispiel Denkmalschutz, Gestaltungssatzungen oder Grenzbebauung. Das klären wir vor Beginn.

    Farbfächer bei der Farbberatung

    Persönliche Beratung

    Ihre Fassade, Ihr Plan.

    Ich schaue mir Ihr Haus an und zeige Ihnen, welche Dämmung und welcher Aufbau sinnvoll sind.